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Ausbreitung von Schadstoffen in den Polarregionen

Abstract

Die Polregionen gelten als letzte großflächige Reinraumgebiete unserer Erde. Mit den Methoden der modernen chemischen und physikalischen Analytik lassen sich jedoch auch in der Arktis und, in geringerem Ausmaß in der Antarktis, chemische Elemente und Verbindungen nachweisen, die erst durch den Menschen verstärkt in die Umwelt eingetragen wurden. Diese Spurenstoffe lassen sich dort üblicherweise in ihrer sogenannten »Hintergrundkonzentration«, d.h. in einer Art globalen Grundbelastung nachweisen, die für einige Umweltschadstoffe seit Beginn der Industrialisierung ansteigt. Aufgrund der niedrigen Temperaturen an den Polen werden mittelflüchtige Substanzen aus den industrialisierten und wärmeren Gebieten der Erde über die Atmosphäre in Richtung Nord- und Südpol transportiert und kondensieren dort aus (»Kaltphasenanreicherung« oder auch »global distillation«). Ozeanische Transporte von Schadstoffen in die Polregionen werden über die globalen Strömungsmuster gesteuert. Die wesentlichen Transportpfade, auf die in diesem Kapitel im einzelnen eingegangen wird, sind für die Arktis in Abb. 5.3-1 dargestellt. Auf unterschiedlichen Klimaszenarien beruhende Untersuchungen zeigen, dass signifikante Veränderungen der wesentlichen atmosphärischen und ozeanischen Transportmuster möglich sind. Dies bedeutet auch, dass die Klimavariabilität der vergangenen Dekaden möglicherweise für einige der beobachteten Trends der Schadstoffbelastung zum Teil mitverantwortlich sein könnte.
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